Buchhaltung für Stockwerkeigentum (StWE)

Schweiz
Doppelte Buchhaltung
Verschiedene

Kontenplan für die Buchführung für Stockwerkeigentum (StWE) mit Postenbuch Stockwerkeigentümer sowie Musterbuchungen.

Mit der Software Banana Buchhaltung lässt sich Stockwerkeigentum auf einfache Art und Weise professionell verwalten.

Der Begriff Stockwerkeigentum bezeichnet eine besonders ausgestaltete Eigentumsform. Es handelt sich um ein Miteigentum, das mit einem Sonderrecht (Nutzungsrecht) verbunden ist. Das Sonderrecht befugt zur ausschliesslichen Nutzung und baulichen Ausgestaltung bestimmter Gebäudeteile. Das Sonderrecht ist mit dem Miteigentum untrennbar verbunden. Grundsätzlich nicht Teil des Sonderrechts sind der Boden der Liegenschaft, Bauteile, welche zur konstruktiven Gliederung und Festigkeit des Gebäudes gehören, sowie die äussere Gestaltung und das Aussehen der Fassade.

Die Unterhaltskosten aller zu den gemeinschaftlichen Gebäudeteilen gehörenden Bauteilen werden von der Stockwerkeigentümergemeinschaft gemeinsam getragen

Die Kostenbestandteile der gemeinschaftlichen Kosten lassen sich einteilen in:

Betriebskosten

  • Heizungs- und Warmwasserkosten
  • Wasser- und Stromkosten
  • Reinigung und Pflege der gemeinschaftlichen Teile
  • Wartungs- und Service-Abonnements
  • Abgaben und Steuern
  • Versicherungsprämien (Gebäudeversicherung, Haftpflicht usw.)
  • Honorare und Barauslagen des Verwalters
  • Baurechtszinsen bei StWE im Baurecht
  • Amortisations- und Zinszahlungen an Hypothekargläubiger zB für Hauswart-Wohnung im Eigentum der StWEG

Unterhaltskosten

  • Reparaturkosten für Mängel
  • Kosten für den laufenden Unterhalt und die Erneuerung der gemeinschaftlichen Baute und ihrer Anlagen
  • Kosten ausserordentlicher Erneuerungen, Um- und Neubauten
  • Einlagen in den Erneuerungsfonds (StWEG-seitige Rückstellungen für grössere Unterhaltsarbeiten

Das Gesetz (Art. 712h ZGB) sieht vor, dass diese Nebenkosten im Stockwerkeigentum im Verhältnis der Wertquoten verteilt werden.

Eine Abweichung vom generellen Verteilschlüssel nach Wertquoten besteht im Bereiche der Energie, namentlich bei der Pflicht zur verbrauchsabhängigen Heizkostenabrechnung (VHKA). Folgend ein Link zur Webseite Neues Abrechnungsmodell zur verbrauchsabhängigen Energie- und Wasserkostenabrechnung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Budesamt für Energie BFE sowie deren Broschüre Abrechnungsmodell VEWA im PDF-Format.

Damit der laufende Unterhalt und Betrieb sicher gestellt ist, sollte der Verwaltungsfonds angemessen geäufnet werden. Damit können dringende Reparaturen, Verwaltungsaufwendungen, auch Versicherungsprämien etc. ohne Verzug finanziert werden. Es empfiehlt sich, hierfür etwa 1 bis 1,5 Prozent des Gebäudeversicherungswertes zu budgetieren. Im Einzelfall ist es jedoch Sache der Verwaltung, ein Budget festzusetzen und die Höhe der Einlagen zu regeln.

Tabelle Konten

Die Tabelle 'Konten' enthält zahlreiche Vermögens- und Ertrags- und Aufwandskonten, welche jederzeit Ihren persönlichen Bedürfnissen angepasst werden können. Sehen Sie hierzu unsere Anleitung Hinzufügen / Umbenennen. Die als Beispiel erfassten Eröffnungssaldi sind analog unserer Anleitung Eröffnungssaldi mit Ihren persönlichen zu ersetzten.

Folgend Anmerkungen zum Kontenplan dieser Datei-Vorlage für die Buchhaltung für Stockwerkeigentum:

  • Für die Stockwerkeigentümer werden am Ende der Tabelle Konten im 'Postenbuch Stockwerkeigentümer' Konten geführt. Das Total dieser wird auf Zeile 7 in der Gruppe '110 Stockwerkeigentümer' übernommen.
  • In der Spalte 'Wertquote' der Tabelle Konten sind die bei der Gewinnaufteilung verwendete Wertquoten (Verteilungsschlüssel) der einzelnen Stockwerkeigentümer ersichtlich.

Buchungen

Die in der Tabelle Buchungen dieser Vorlage vorhandenen Musterbuchungen können markiert werden und mittels Menü Bearbeiten, Befehl Zeilen löschen, gelöscht werden.

Folgend Anmerkungen zu den Musterbuchungen (Tabelle Buchungen) dieser Datei-Vorlage für die Buchhaltung für Stockwerkeigentum:

  • Mit Belegen 1 bis 10 wird den Stockwerkeigentümern deren Budgetrate in Rechnung gestellt.
  • Mit Beleg 12 bis 21 zahlen die Stockwerkeigentümer deren Budgetrate ein. Stockwerkeigentümer 1 hat sie nur teilweise beglichen.
  • Mit Beleg 51 wird der Kontoübertrag von CHF 6'000.00 vom Konto ordentlichen Bankkonto 1020 auf das Konto 1025 'Erneuerungsfonds' registriert.

In der Stockwerkeigentumsrechnung darf Ende Jahr kein Gewinn oder Verlust resultieren, weil die Eigentümer eben Eigentümer sind und die Buchhaltung nicht aus Sicht einer Firma geführt wird. Der Ende Jahr resultierende Gewinn oder Verlust ist durch manuelle Buchungen auf die Stockwerkeigentümer aufzuteilen. Somit ist am Jahresende alles verteilt (gemäss zu erstellendem Verteilschlüssel) und es wird ausgewiesen, welcher Eigentümer was zu gut hat oder nachzahlen muss.
In der Spalte 'Wertquote' der Tabelle Konten sind die bei der Gewinnaufteilung verwendete Quoten (Verteilungsschlüssel) der einzelnen Stockwerkeigentümer zu erfassen und somit ersichtlich. Die Berechnung der Ende Jahr zu verbuchenden Beträge ist manuell zu machen oder kann auch in einer Exceltabelle (z.B. mit Hilfe von Excelfunktionen) erfolgen.

Neues Jahr erstellen

Beim Erstellen des neuen Jahres (siehe Abschluss und Neues Jahr) wird der Gewinn dem Konto 2970 gutgeschrieben, dessen Saldo somit Null entsprechen wird.

    Weitere Informationen

    Gesetzliche Grundlagen

    Rechtliche Grundlagen für das Stockwerkeigentum im ZGB:

    Hilfreiche Links

    Template Preview

    Stockwerkeigentum (StWE) - Administrative Verwaltung

    Buchhaltung 2022

    Basiswährung: CHF

    Doppelte Buchhaltung

    Konten
    Gruppe Konto Beschreibung Gr
        BILANZ  
           
        AKTIVEN  
      1000 Kasse 10
      1020 Bankkonto 10
      1025 Bankkonto - Erneuerungsfonds 10
    110   Stockwerkeigentümer 10
      1300 Aktive Rechnungsabgrenzung (TA) 10
    10   Umlaufvermögen 1
           
      1510 Mobiliar und Einrichtungen 14
      1540 Werkzeuge und Geräte 14
    14   Anlagevermögen 1
           
    1   TOTAL AKTIVEN 00
           
           
        PASSIVEN  
      2030 Erhaltene Anzahlungen von Dritten 2
      2300 Passive Rechnungsabgrenzung (TP) 2
      2650 Rückstellung Erneureungsfonds 2
      2970 Verteilung Jahresgewinn/Jahresverlust 2
    297   Jahresgewinn/Jahresverlust 2
    2   TOTAL PASSIVEN 00
           
           
        ERFOLGSRECHNUNG  
           
        ERTRAG  
      3000 Abrechnungskonto Eigentümer 3
      3200 Sammelkonto Budgetraten Kosten 3
      3300 Sammelkonto Erneuerungsfonds 3
      3600 Nebenerlöse 3
      3605 Erlöse aus Waschmaschine 3
      6950 Finanzertrag 3
    3   TOTAL ERTRAG 02
           
           
        AUFWAND  
      5000 Lohn Hauswart 4
      5700 AHV, IV, EO, ALV 4
      6030 Kabel-TV (10 Eigentumswohnungen) 4
      6041 Unterhalt Garten 4
      6042 Reinigungsmaterial 4
      6045 Schneeräumung 4
      6050 Unterhalt Feuerlöscher 4
      6056 Unterhalt Garage 4
      6100 Unterhalt und Reparaturen 4
      6105 Unterhalt/Telefonanschluss Lift 4
      6300 Sachversicherungen 4
      6360 Abgaben, Gebühren, Bewilligungen 4
      6400 Elektrizität 4
      6410 Gas 4
      6420 Brennstoffe/Heizmaterial 4
      6430 Wasser 4
      6460 Entsorgungsaufwand 4
      6500 Verwaltungsaufwand 4
      6790 Sonstiger betrieblicher Aufwand 4
      6900 Finanzaufwand 4
           
    4   TOTAL AUFWAND 02
           
    02   Gewinn(-) / Verlust(+) der Erfolgsrechnung 297
           
    00   Differenz muss Null sein (leere Zelle)  
           
           
        Postenbuch Stockwerkeigentümer  
      1101 Stockwerkeigentümer 1 110A
      1102 Stockwerkeigentümer 2 110A
      1103 Stockwerkeigentümer 3 110A
      1104 Stockwerkeigentümer 4 110A
      1105 Stockwerkeigentümer 5 110A
      1106 Stockwerkeigentümer 6 110A
      1107 Stockwerkeigentümer 7 110A
      1108 Stockwerkeigentümer 8 110A
      1109 Stockwerkeigentümer 9 110A
      1110 Stockwerkeigentümer 10 110A
    110A   Total Postenbuch Stockwerkeigentümer 110
           

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