In diesem Artikel
Die Verwaltung der Buchhaltung kann komplex erscheinen, besonders für Unternehmen, die sich auf ihre tägliche Tätigkeit konzentrieren möchten, ohne sich in Rechnungen und Buchungen zu verlieren.
Die gemischte Methode (Kassen-/Kompetenzprinzip) ist ein Buchhaltungsansatz, der häufig von kleinen Unternehmen und Selbstständigen verwendet wird. Während des Jahres wird nach dem Kassenprinzip gearbeitet, am Jahresende werden jedoch offene Rechnungen von Kunden und Lieferanten berücksichtigt.
Das Kassen-/Kompetenzprinzip ist somit ein hybrides Buchhaltungssystem, das während des Jahres das Kassenprinzip anwendet und am Jahresende offene Rechnungen gemäss dem Kompetenzprinzip berücksichtigt.
Mit dieser Methode:
- Erträge und Aufwendungen werden erfasst, wenn Geld eingeht oder bezahlt wird (Kassenprinzip).
- Am Jahresende werden zur Ermittlung der tatsächlichen Erträge und Aufwendungen die offenen Rechnungen von Kunden und Lieferanten berücksichtigt oder – falls erforderlich – durch Rechnungsabgrenzungen ergänzt.
Weitere Informationen:
Die gemischte Methode stellt daher eine Zwischenlösung zwischen dem Kompetenzprinzip und dem Kassenprinzip dar. Sie ermöglicht eine klare Sicht auf die finanzielle Situation, ohne die Komplexität einer vollständig periodengerechten Buchhaltung.
Für wen diese Methode geeignet ist
Diese Lösung richtet sich an Unternehmen, die während des Jahres einfach arbeiten möchten, am Jahresende jedoch eine Bilanz erstellen müssen, die dem Kompetenzprinzip entspricht.
Die gemischte Methode (Kassen-/Kompetenzprinzip) eignet sich besonders für:
- Freiberufler und Selbständige
- Handwerksbetriebe und kleine Unternehmen
- Dienstleistungsunternehmen
- Unternehmen, die viele Rechnungen von Lieferanten erhalten
- Unternehmen, die wenige Rechnungen ausstellen und Zahlungen erst später erhalten
- Unternehmen, die die Mehrwertsteuer nach vereinnahmten Entgelten (Ist-Methode) abrechnen.
Wann diese Methode nicht empfohlen wird
Diese Methode ist nicht geeignet für:
- Unternehmen, die die Mehrwertsteuer nach vereinbarten Entgelten abrechnen (zum Zeitpunkt der Rechnungsstellung oder des Rechnungseingangs)
- Unternehmen, die eine vollständige Buchhaltung nach dem Kompetenzprinzip führen müssen
- Unternehmen mit komplexeren buchhalterischen Verpflichtungen
- Situationen, in denen ein offizieller Jahresabschluss nach dem Kompetenzprinzip erforderlich ist.
Warum diese Methode wählen
Mit digitalen Zahlungssystemen laufen heute die meisten Transaktionen über das Bankkonto. Durch den Import von Banktransaktionen ist die Buchhaltung fast bereits erledigt. Es ist nicht mehr notwendig, jede Rechnung manuell zu erfassen.
Das bringt echte Vorteile: weniger Zeitaufwand für die Datenerfassung, ein geringeres Fehlerrisiko und vor allem die Möglichkeit, stets eine aktuelle Übersicht über die Liquidität zu haben.
Und für KMU ist die Liquidität kein nebensächlicher Aspekt – sie ist ein entscheidender Faktor für die Unternehmensführung.
Die gemischte Methode (Kassen-/Kompetenzprinzip) erfüllt genau diese Anforderungen:
- Zeitersparnis – Rechnungen müssen nicht bei Ausstellung oder Empfang einzeln erfasst werden
- Grössere Einfachheit – weniger Bürokratie und geringere Komplexität
- Stets aktuelle Daten – dank importierter Banktransaktionen
- Kontrolle der Liquidität – die wichtigste Kennzahl zur Steuerung der tatsächlichen Ein- und Auszahlungen.
Grenzen der gemischten Methode (Kassen-/Kompetenzprinzip) – und wie man damit umgeht
Wie jede Methode hat auch die gemischte Methode ihre Grenzen. Während des Jahres spiegelt das Ergebnis hauptsächlich Zahlungseingänge und -ausgänge wider; offene Rechnungen werden erst am Jahresende erfasst, um den Jahresabschluss zu vervollständigen. Das bedeutet, dass das wirtschaftliche Bild während des Jahres unvollständig sein kann.
Die wichtigsten Einschränkungen sind:
- Forderungen und Verbindlichkeiten sind während des Jahres nicht sichtbar – offene Rechnungen erscheinen erst am Ende der Periode
- Teilweise Sicht auf Erträge und Aufwendungen – sichtbar sind nur diejenigen, die bereits bezahlt oder vereinnahmt wurden
- Mehr Aufwand am Jahresende – zusätzliche Buchungen sind erforderlich (offene Rechnungen, Rechnungsabgrenzungen, Rückstellungen und Abschreibungen)
- Nicht für alle Unternehmen geeignet – stark strukturierte Unternehmen bevorzugen oft eine vollständige Buchhaltung nach dem Kompetenzprinzip.
Mit Banana Buchhaltung lassen sich diese Einschränkungen jedoch leicht bewältigen: Rechnungen und Anpassungen können jederzeit hinzugefügt werden, sodass ein schrittweiser Übergang zu einer vollständigen doppelten Buchhaltung möglich ist.
Wie Banana die gemischte Methode vereinfacht
Mit Banana Buchhaltung können Sie die gemischte Methode (Kassen-/Kompetenzprinzip) anwenden, indem Sie während des Jahres hauptsächlich mit importierten Banktransaktionen arbeiten. Diese werden anschließend mithilfe automatischer Regeln ergänzt. Offene Rechnungen und Jahresendabgrenzungen können bei Bedarf erfasst werden, um einen abschlussgerechten Jahresabschluss nach dem Kompetenzprinzip zu erstellen.
- Banktransaktionen importieren
- Laden Sie die Datei aus Ihrem E-Banking herunter (ISO 20022, CSV, MT940 usw.).
- Importieren Sie Ihre Bankbewegungen in Banana.
- Automatische Regeln anwenden
- Definieren Sie Regeln zur Klassifizierung der Buchungen (Gegenkonto, MWST-Code, Kostenstelle).
- Beim nächsten Import ergänzt Banana die Buchungen automatisch.
- Konten in Echtzeit überwachen
- Bilanz, Cashflow, Margen und MWST sind mit jedem neuen Import immer aktuell.
- Offene Rechnungen am Jahresende erfassen
- Unbezahlte Kundenrechnungen → Kunden/Debitoren an Ertrag
- Unbezahlte Lieferantenrechnungen → Aufwand an Lieferanten/Kreditoren
- Typische Abschlussbuchungen → Rechnungsabgrenzungen, Rückstellungen, Abschreibungen, Wechselkursdifferenzen.
- Erstellen Sie einen abschlussgerechten Jahresabschluss, der für Banken, Gesellschafter und Steuerbehörden verwendet werden kann.
Ein Vorteil auch für Treuhänder und Buchhalter
Das Kassen-/Kompetenzprinzip (gemischte Methode) ist auch für Fachleute, die die Buchhaltung ihrer Kunden führen, besonders vorteilhaft. Sie müssen nicht mehr darauf warten, dass der Kunde jede einzelne Rechnung übermittelt. Die Buchhaltung kann direkt auf Basis der Banktransaktionen aufgebaut werden, wodurch Arbeitsüberlastungen vermieden und der Zeitaufwand deutlich reduziert werden.
Bei Bedarf können die Konten am Jahresende durch Anpassungsbuchungen ergänzt werden. Dieser Ansatz ermöglicht es, mehr Mandate in kürzerer Zeit zu betreuen und gleichzeitig effizientere Dienstleistungen anzubieten.
- Weniger manuelle Arbeit – Kundenrechnungen müssen nicht sofort bei Ausstellung oder Eingang einzeln erfasst werden
- Buchhaltung sofort nutzbar – die Buchführung beginnt direkt mit den importierten Banktransaktionen
- Mehr betreute Kunden – die eingesparte Zeit kann für Beratung und Analyse genutzt werden
- Professionelle Abschlüsse – am Jahresende werden die notwendigen Buchungen ergänzt, um vollständige Abschlüsse zu erstellen.
Mit Banana können Treuhänder schneller und effizienter arbeiten und so den Mehrwert für ihre Kunden erhöhen.
Buchhaltungsmethoden und Mehrwertsteuer in der Schweiz
In der Schweiz hängt im Zusammenhang mit der Mehrwertsteuer (MWST) der Zeitpunkt der Steuerfälligkeit davon ab, wann die Steuer geschuldet wird:
- Kompetenzprinzip (nach vereinbarten Entgelten) – die Mehrwertsteuer wird fällig, wenn Sie eine Rechnung an den Kunden ausstellen oder eine Rechnung vom Lieferanten erhalten.
- Kassenprinzip (nach vereinnahmten Entgelten) – die Mehrwertsteuer wird fällig, wenn Sie eine Zahlung vom Kunden erhalten oder eine Zahlung an den Lieferanten leisten
- Gemischte Methode (Kassen-/Kompetenzprinzip) – die Mehrwertsteuer wird bei Zahlungseingang oder Zahlungsausgang fällig, wie beim Kassenprinzip.
Zusammenfassung
- Wenn Sie die Methode nach dem Kompetenzprinzip verwenden – wird die Mehrwertsteuer erfasst, wenn die Rechnung ausgestellt wird.
- Wenn Sie die Methode nach vereinnahmter MWST anwenden – MWST wird erst beim effektiven Zahlungseingang erfasst.
n der Schweiz sind sowohl die Buchhaltung nach dem Kassenprinzip als auch nach dem Kompetenzprinzip für die Mehrwertsteuerabrechnung zulässig, sofern die Voraussetzungen für die Anwendung des Kassenprinzips erfüllt sind (in der Regel ein Jahresumsatz unter CHF 5 Millionen).
Ein hybrides System in der Schweiz und im Ausland
Nachfolgend eine kurze Liste von Praxisbeispielen von Organisationen und Institutionen, die einen hybriden Ansatz in der Buchhaltung anwenden, empfehlen oder fördern – sowohl in der Schweiz als auch international:
- Banana.ch – MWST nach vereinnahmten Entgelten und Rechnungsabgrenzungen am Jahresende
Beschreibt die hybride Methode als optimale Praxis für Unternehmen, die nach dem Kassenprinzip arbeiten, aber am Jahresende offene Posten und Rechnungsabgrenzungen integrieren, um eine vollständige Bilanz zu erstellen. - Raiffeisen – Digitale Buchhaltung mit E-Banking und AbaNinja
Zeigt, wie durch den Import von Bankbewegungen Zahlungen automatisch mit Rechnungen verknüpft werden können. Dadurch werden doppelte Buchungen vermieden und gleichzeitig die Kontrolle über offene Rechnungen behalten. - FiscoOggi (Italien) – Kassenregelung für kleine Unternehmen (nur auf Italienisch verfügbar)
Das italienische System für kleine Unternehmen ist faktisch ein hybrides System: Die Buchhaltung wird nach dem Kassenprinzip geführt, jedoch mit Jahresendabgrenzungen für Lagerbestände, Abschreibungen, offene Rechnungen usw. - HMRC (UK/Vereinigtes Königreich) – Erweiterung der Cash-Basis für Selbstständige (PDF)
Ein Artikel über Massnahmen der britischen Regierung zur Ausweitung der Cash-Basis, wobei weiterhin die Möglichkeit besteht, Gewinne und Verluste ähnlich wie beim Kompetenzprinzip vorzutragen. - IRS (USA) – Publication 538: Accounting Methods
In den USA ist die "Hybrid Method" zulässig und weit verbreitet. Sie erlaubt, das Kassenprinzip für laufende Transaktionen zu verwenden und gleichzeitig das Kompetenzprinzip für Lagerbestände, Verbindlichkeiten, Rechnungsabgrenzungen usw. anzuwenden.
Fazit
In der Ausbildung wird oft vermittelt, dass Kassenprinzip und Kompetenzprinzip klar voneinander getrennt sind. In der Praxis moderner KMU ist jedoch ein flexibles, automatisiertes und zugleich präzises System erforderlich.
Banana Buchhaltung Plus ist ein Werkzeug, das die operative Einfachheit des Kassenprinzips mit der buchhalterischen Vollständigkeit des Kompetenzprinzips verbindet.
Banana Buchhaltung stellt vordefinierte Vorlagen für die Buchhaltung nach dem Kassenprinzip zur Verfügung, mit der Möglichkeit, Forderungen und Verbindlichkeiten gemäss dem Kompetenzprinzip zu integrieren.